1934-1995

Es dauerte 14 Jahre, bis der 1920 gegründete Gesangverein Berg in der Lage war, sich eine Vereinsfahne anzuschaffen. Im Protokollbuch wird die Fahnenweihe am 10. Juli 1934 ausführlich beschrieben. Schon an der Überschrift ist zu erkennen, welche Begeisterung damals unter den Sängern und beim Schriftführer Kaspar Bausenhart herrschte.

Vereinsfahne 1920 Vorderseite Vereinsfahne 1920 Rückseite

"Was mancher Sänger schon oft vermißte und im Stillen ersehnte, daß der Tag nicht mehr allzufern sein möge, an dem auch unser Verein ein äußeres Symbol zu besitzen in der Lage wäre, ist mit der heutigen Fahnenweihe restlos eingelöst worden. Wochen und Monate waren schon vorausgegangen, die den Gedanken reifen ließen, der Verein möge sich eine Fahne beschaffen. Doch die Zeit und Umstände waren immer stärker als der gute Wille, bis dieser Hemmschuh auf einmal ins Grab sank, als der Verein von Seiten eines passiven Mitgliedes (Anton Steinle, Bröcklesbauer) als Fundament 44 Mark erhielt... In der Versammlung vom 11.4.34 wurde dann beschlossen, eine Fahne zu beschaffen und zwar von Firma Geschwister Burger, Munderkingen, zum Preise von 450 M[ark], deren Weihe am heutigen Tag in hiesiger Kapelle durch H.H. Vikar Betzler vorgenommen wurde. Pate stand unser großer Nachbar, der Liederkranz Ehingen... Früh morgens kündigten schon gewaltige Böllersalven sowie frühzeitige Tagwachtmärsche der Musikkapelle Kirchbierlingen den Beginn des großen Tages an... Wohl noch nie hatte die Gemeinde Berg so schön ihr Festkleid angezogen wie heute, aber auch noch nie einen solch stattlichen Festzug gesehen. Anwesend waren cirka 25 Vereine. Bei herrlichem Sonnenschein zog der imposante Festzug im schön dekorierten Festgarten zur Brauerei Rose ein..."

Die erste Vereinsfahne hat die Berger Sänger bei vielen Auftritten begleitet, bei freudigen Anlässen und auch bei Beerdigungen von aktiven und passiven Mitgliedern des Vereins. Der Fahneneinmarsch ist auch heute noch bei jedem Sängerfest ein farbenprächtiges Ereignis.

Die neue Vereinsfahne seit 1995

Im Laufe der letzten Jahre wurde eine Generalüberholung der Fahne immer dringender. Wegen der hohen Kosten einer Reparatur wurde schon auf der Generalversammlung 1989 von Sänger Karl Hirschle der Antrag gestellt, Rücklagen für eine neue Fahne zu sammeln. Bei den Vorbesprechungen für das 75jährige Jubiläum wurde dann endgültig beschlossen, eine neue Sängerfahne fertigen zu lassen. Wieder wurde die Firma "Geschwister Burger" damit beauftragt.

Vereinsfahne 1995 Vorderseite Vereinsfahne 1995 Rückseite

Die neue Fahne zeigt auf der einen Seite das Kennzeichen des Dorfes, die dem Hl. Ulrich geweihte Kapelle, deren Ursprünge Jahrhunderte zurückliegen. Die Jahreszahlen 1920 und 1995 sollen auf die Vereinsgründung bzw. auf das jetzige Jubiläum hinweisen.

Im Jahre 1920 wurde der Donau-Bussen-Sängergau gegründet, dem der Berger Gesangverein angehört. Das Gau-Jubiläum fällt also mit dem Jubiläum unseres Vereins zusammen, das Sängerfest in Berg ist so auch das Fest des Gaues. Die sehr starke Beteiligung der Gauvereine zeigt dies.

Die an Berg vorbeifließende Donau hatt immer das Leben im Dorf geprägt, im Westen grüßt weithin sichtbar der Bussen. Bewußt wurde daher der Sängerspruch des Donau-Bussen-Sängergaues in die neue Vereinsfahne aufgenommen:

"Wo die Donau rauschend vorüberfließt,
wo der Bussen weit in die Gaue grüßt,
wird treu gepflegt des Liedes Klang..."

Schließlich zieren noch Lyra und Gemeindewappen die Fahne. Die Lyra, das Attribut der Dichter und Sänger, soll hinweisen auf die Tradition des Vereins, die es weiterzuführen heißt.

Wegen der hohen Kosten einer handgefertigten Fahne hat der Gesangverein sich an seine Mitglieder und Freunde gewandt und um Unterstützung gebeten. Auch an dieser Stelle sei den Spendern herzlich gedankt.