Wikipedia-Artikel über Berg


Auszug aus der Festschrift zum 75jährigen Jubiläum, 1995
von unserem Mitglied Franz Scheuing

Kapelle St. Ulrich

Die ehemals selbständige Gemeinde Berg wurde 1972 nach Ehingen eingemeindet und ist seitdem einer der 17 Teilorte der Großen Kreisstadt Ehingen. Berg hatte damals knapp 500 Einwohner. Durch die Erschließung der Baugebiete Halden und Häldele ist die Einwohnerzahl nun auf 630 angestiegen. Die Wohnbevölkerung ist zu 90 % katholisch, und Berg ist ein Filialort der Pfarrei Kirchbierlingen, die sich aus den Orten Kirchbierlingen, Altbierlingen, Berg, Schaiblishausen und Volkersheim zusammensetzt. Oben auf dem Berg, dem Platz der einstigen Burg der Grafen von Berg, steht die Kirche, die dem Hl. Ulrich geweiht ist. Durch die Erweiterung in den Jahren 1953/54 und gelungene Innen- und Außenrenovationen in den zurückliegenden 10 Jahren ist die Kapelle zu einem Schmuckstück der Gemeinde geworden. Seit Jahrzehnten werden hier regelmäßig Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen abgehalten.

Bei der Schulreform Anfang der 70er-Jahre wurde Berg Standort der Grundschule Pfarrei. Dieser Schulverband setzt sich zusammen aus den oben angeführten Orten der Pfarrei Kirchbierlingen, einschließlich Dintenhofen, Herbertshofen. Mitentscheidend und ausschlaggebend für den Standort der Grundschule war wohl die 1960/61 neuerbaute Schule der damals noch selbständigen Gemeinde Berg mit drei Klassenräumen. Durch einen gelungenen Neubau mit 5 Klassenräumen und den dazugehörenden Funktionsräumen, der auf Grund steigender Schülerzahlen im Schulverband notwendig wurde, kann die Grundschule nun zweizügig geführt werden. Mit der neuen Schulanlage, die sich bestens in die Umgebung eingliedert, erhielt Berg eine weitere bauliche Bereicherung.

Berg war über einen langen Zeitraum eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Doch von 48 Landwirtschaftlichen Betrieben vor 50 Jahren sind, bedingt durch den fortlaufenden Strukturwandel, heute noch 15 Betriebe übrig geblieben, die mehrheitlich im Nebenerwerb bewirtschaftet werden.

Von Bedeutung und weitum bekannt ist Berg auch durch seine Gewerbe- und Handelsbetriebe. Dadurch war Berg auch seit Jahrzehnten eine der finanzkräftigsten kleinen Gemeinden der näheren Umgebung. Bedeutende Gewerbebetriebe sind die Baufirma Lämmle mit 27 Arbeitsplätzen und die Bergbrauerei Ulrich Zimmermann mit über 20 Arbeitsplätzen. Die Braustätte wurde 1675 erbaut und befindet sich seit ihrer Gründung in Familienbesitz. Sie entwickelte sich im 19. und 20. Jh. zur bedeutendsten Brauerei im Altkreis Ehingen. Bis vor kurzem wurde auch noch in der Brauerei Rose Bier gebraut. Gastwirtschaft und Brauerei sind seit 1859 in den Händen der Familie Zimmermann, einer Seitenlinie der Familie Zimmermann vom Adler. Ein Bierdepot, eine Getränkehandlung, ein Dachdeckerbetrieb, ein Metallverarbeitungsbetrieb und eine Schmiedewerkstätte runden das Arbeitsplatzangebot ab. Auch die sich in den letzten Jahren sehr stark entwickelnde Spedition Seifert hat ihren Ursprung in Berg.

Zwei sehr schöne Brauereigaststätten laden zu gemütlicher Einkehr ein und bieten sich mit ihren Räumlichkeiten an für Familienfeste, Betriebs- und Vereinsfeiern und sonstige Veranstaltungen.

Südlich des Dorfes, auf Berger Markung, hat die Stadt Ehingen ein ca.40 ha großes Industriegebiet ausgewiesen und in jüngster Zeit schon große Erschließungsmaßnahmen getätigt, um das Angebot an Arbeitsplätzen erweitern zu können. Der erste Betrieb auf diesem Gelände ist das Zentrallager der Firma Anton Schlecker mit ca. 200 meist Teilzeitarbeits- plätzen. Weitere Firmen bemühen sich zur Zeit, sich hier anzusiedeln.
Lange Jahre war Berg ein typisches Straßendorf, das sich von der Donaubrücke entlang der heutigen B 465 nach Süden ausdehnte. Infolge des immer weiter zunehmenden Verkehrs, bedingt durch das neue Industriegebiet, die in der Nähe liegende Kreismülldeponie u.a., sind für die Anlieger der Durchgangsstraße fast unzumutbare Verhältnisse entstanden, so daß die schon lange geplante Umgehungsstraße wohl für alle die wichtigste Maßnahme in den nächsten Jahren ist.

Unser Dorfgeschehen wird auch von einem regen Vereinsleben geprägt. Wir haben in unserem kleinen Dorf drei sehr aktive Vereine, den Gesangverein, den Schützenverein und den Sportclub sowie eine Ortsfeuerwehr. Durch ihr sportliches, gesellschaftliches und kulturelles Angebot sorgen sie nach Aufgabe der politischen Selbständigkeit für den Zusammenhalt und inneren Ausgleich in der Dorfgemeinschaft. Für die Organisation und Bewirtung des alljährlichen St. Ulrichsfestes, das sich im Laufe der Jahre zu einem richtigen Heimatfest entwickelt hat, haben sich unsere drei Vereine zu einer Festgemeinschaft zusammengeschlossen und führen das Fest durch in beispielhafter Harmonie.